Stadtforschung: Forum Kulturanthropologie und Architektur

Das Aufgabengebiet der Stadtforschung ist die Interessensvermittlung zwischen Stadtbewohnern und Stadtgestaltern. Die Basis bilden Gespräche mit Menschen unterschiedlichster Milieus und Kulturen in allen urbanen Stadtteilen. Ziel der Stadtforschung ist die Gewährleistung unterschiedlicher urbaner Lebensformen (Inhaber: Dr.phil. Mag.phil. Dipl.-Ing. Manfred Omahna).

Dienstag, 7. Juli 2009

Buchprojekt

basics. Materialien zur Stadtgestaltung und Kommunikationskultur
Die Alltagsrealitäten der Menschen sind unterschiedlich. Die daraus entstehende Vielfalt prägt das Bild der Stadt. Menschen unterschiedlichster Milieus und Kulturen erzählen von ihrem Leben und von ihrer individuellen Benützung der Grazer Stadträume. In den Gesprächen wird deutlich, wie wichtig das soziale Umfeld und die emotionale Bindung an den Raum für die BewohnerInnen der Stadt ist. Das Buch soll einen Beitrag leisten, die Stadt Graz aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennenzulernen und unterschiedliche Lebensrealitäten anzuerkennen. Buchprojekt: Menschen in urbanen Räumen. Über die Vielfalt der Raumwahrnehmung Grazer Stadträume (2009).

Feldforschung und Entwurf

FELDFORSCHUNG UND ENTWURF
Es gilt Möglichkeiten aufzuzeigen, den Raum neu zu lesen (Marc Augé). Auch wenn die Stadt bekannt ist, so geht es auch darum, die Zensur (Gefälle/Nähe/Distanz) zu begreifen, die bewirkt, dass bestimmte Stadträume unbeachtet bleiben (Pierre Bourdieu). Teilnehmende Beobachtung erfordert ein Einfühlen an „fremde“ Rhythmen und Codierungen. Die Lücken zwischen eigenen und fremden Wahrnehmungsformen lösen Verstehensprozesse aus (Paul Rabinow). Es wird also darum gehen, dass „das Fremde“ nur aus dem Blickwinkel eigener Wahrnehmungsformen erkennbar ist. Eigene Gefühle müssen ernst genommen werden. Nur dann gelangt man zur Erkenntnis, dass die eigene Wahrnehmung Produkt bestimmter kultureller Traditionen ist und nur die Konflikte zwischen Eigenem und Fremdem zum Erkennen des „Anderen“ führen. Projekt: Feldforschung als Entwurfsmethode (2009).

Plurale Räume

PLURALE RÄUME
Unsere Städte sind Behälter für alle Bedürfnisse und Gefühle. Die Stadt erfüllt unsere Wünsche und Hoffnungen so gut wie möglich, so gut wie es uns gelingt unseren Wünschen – materielle – Gestalt zu verleihen. Vom Stadtmobiliar bis zur Platzgestaltung, vom Wohnhaus bis zum Wolkenkratzer, alles Gebaute und Gestaltete ist Requisit unserer urbanen Inszenierung. Die Gestalt der Häuser, der Ort an dem sie gebaut sind, die Hierarchie der Stadtviertel usw. beschreiben den Text des Urbanen, der uns insgeheim verrät wo wir uns gerne aufhalten, wo wir uns wohl fühlen und wo wir Menschen treffen, die ähnliche Meinungen, Gefühle und Ansichten vertreten wie wir selbst. Projekt: Plurale Räume (2009).

Exklusion

EXKLUSION
In der Zeit der Spätmoderne haben Rationalisierungen der Gefühlswelten stark zugenommen und bestimmen die Dynamik der modernen Welt. Soziale Exklusion, Prekariat und Ausgrenzung können als eine Folge dieser bewussten Trennung angesehen werden und stehen symbolisch für Bedürfnisse, Gefühle oder Haltungen ohne Möglichkeit einer identitätsbildenden Raumaneignung. Projekt: Das ganz alltägliche Elend (2001).

Globalisierung

GLOBALISIERUNG
Zwischen lokalen Räumen und globalen Sichtweisen bestehen emotionale Verbindungen. Innerhalb der lokalen Alltagsräume besteht das Bedürfnis global zu handeln oder zumindest Gegenstände und Symbole anzusammeln, die von global agierenden Konzernen angeboten werden. auf diese Weise eignen sich globale Industrien lokale Räume an. Die Möglichkeit einer wechselseitigen Bindung von Lokalem und Globalem bildet die Grundlage der Globalisierung. Projekt: Plurale Räume. Mentale Stadterfahrung als Instrument globaler Praktiken (2004).

PUBLIKATIONEN

PUBLIKATIONEN

Das Böse in Kulturanthropologie und Geschichte, in: Kuckuck. Notizen zu Alltagskultur und Volkskunde, 1/98, Graz: 1998. (gem. mit Christian Promitzer)

Pauschale Überführung. Der Halleiner Bergbaubetrieb im Übergang zum Postindustrialismus, in: Ulrike Kammerhofer-Aggermann (Hg.): Alltag und Identität der Dürrnberger Bergleute und Halleiner Salinenarbeiter in Geschichte und Gegenwart, Salzburger Beiträge zur Volkskunde, Band 10, Salzburg: 1998.

Der Mensch-Maschinen-Raum, in: Kuckuck. Notizen zu Alltagskultur und Volkskunde, 1/99, Graz: 1999.

Kein Platz an seiner Stelle. Der Grazer Tummelplatz als postmoderne Inszenierung, in: Manfred Omahna, Martin Wirbel und Elisabeth Katschnig-Fasch (Hg.): Der andere Blick auf die Stadt, Kuckuck. Notizen zu Alltagskultur und Volkskunde, Sonderband 3, Graz: 1999.

Stadterfahrung und der Sinn fürs Wirkliche, in: Günter Dimt (Hg.): Urbane Welten. Tagungsband Österreichische Volkskundetagung 1998, Linz: 2000. (gem. mit Christa Höllhumer, Judith Laister und Susanne Blaimschein)

Arbeiten auf dem Dach, in: Helmut Kocher (Hg.): Graz Dach. Ziegelgeschichten. Zwischen Ton, Kupfer und Gold, Klagenfurt, Wieser: 2000.

Der Halleiner Bergbaubetrieb im Übergang zum Postindustrialismus, in: Ewald Hiebl und Thomas Hellmut (Hg.): Tagungsband. Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des Salzes 18. bis 20. Jahrhundert, Wien, München, Oldenbourg: 2000.

Globalisierte Stadträume und lokaler Konnex, in: Moritz Csáky und Peter Stachel (Hg.): Speicher des Gedächtnisses. Bibliothek, Museum, Archiv, Wien, Passagen: 2001.

Dreamworks. Werden Bilder Realität?, in: Manfred Omahna und Karl Stocker (Hg.): Architekturen. Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, Turia/Kant, 12. Jg. Heft 3/2001.

Der Verein als Wohnwelt. Gesellschaftliche Widerlager und Raumfragmente, in: Ulrike Kammerhofer-Aggermann (Hg.): Ehrenamt und Leidenschaft. Vereine als gesellschaftliche Faktoren, Salzburger Beiträge zur Volkskunde, Band 11, Salzburg: 2002.

Die Rationalisierung des Außersinnlichen. Interview mit Peter Mulacz, Österreichische Gesellschaft für Parapsychologie und Grenzbereiche der Wissenschaft, in: Alexander Geppert und Andrea Braidt (Hg.): Orte des Okkulten. Österreichische Zeitschrift für Geschichtswissenschaften, Turia/Kant, 14 Jg. Heft 4/2003. (gem. mit Ulrike Spring)

Wohnungen und Eigenräume. Über die Pluralität des Wohnens am Beispiel von Einpersonenhaushalten, Grazer Beiträge zur Europäischen Ethnologie, Band 13, Frankfurt am Main, Berlin, Bern u.a., Peter Lang, Europäischer Verlag der Wissenschaften: 2003.

Über die Notwendigkeit einer Differenzierung städtischer Wahrnehmung, in: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, 2003.

Verlorene Räume, in: Elisabeth Katschnig-Fasch (Hg.): Das ganz alltägliche Elend. Begegnungen im Schatten des Neoliberalismus, Wien, Löcker: 2003.

Alpe Adria House, in: Urs Hirschberg, Günter Koberg, Jörn Köppler und Roger Riewe (Red.): Tourismus und Landschaft, GAM Graz Architecture Magazine, Wien, New York, Springer: 2004.

Plurale Räume. Globalisierung als kulturelle Praxis, in: Beate Binder, Silke Göttsch, Wolfgang Kaschuba, Konrad Vanja (Hg.): Ort. Arbeit. Körper. Ethnographien Europäischer Modernen, 34. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, Berlin 2003, Münster, New York, München, Waxmann: 2005.

Plurale Räume. Mentale Stadterfahrung als Instrument globaler Praktiken, Internationale Hochschulschriften, Münster, New York, München, Berlin, Waxmann: 2006.

Plurale Räume. Die Qualität der Vielfalt, in: HDA – Haus der Architektur Graz (Hg.): HDA Gazette, Jänner/April 2009, Graz: 2009.

Eigene Räume, in: Christina Heinz (Hg.): In Bewegung. Wie Alltag sich verändert, Veröffentlichungen des Freilichtmuseums Hessenpark, Frankfurt am Main: 2009.

Montag, 6. Juli 2009

KONTAKT

KONTAKT

Dr.phil. Mag.phil. Dipl.-Ing. Manfred Omahna
Stadtforschung: Forum Kulturanthropologie und Architektur
Wittenbauerstraße 128
A-8010 Graz
Tel: +43 (0)699 105 18 557

Mail: omahna@gmx.at

Dr. DI Manfred Omahna ist Kulturanthropologe und Architekt. Forschungsschwerpunkte: Urban- und Wohnforschung, soziale und kulturelle Distinktion, Globalisierung, Wissenschaft und Praxis. Derzeit: Freier Wissenschafter, Stadtforscher, Autor und Lehrbeauftragter verschiedener Universitäten.
DER AUFGABENBEREICH

Der Aufgabenbereich der Stadtforschung ist die Interessensvermittlung zwischen Stadtbewohnern und Stadtgestaltern. Die Basis bilden Gespräche mit Menschen unterschiedlichster Milieus und Kulturen in allen urbanen Stadtteilen. Die Ergebnisse werden in der Buchreihe „basics. Materialien zur Stadtgestaltung und Kommunikationskultur“ veröffentlicht. Stadtgestalter und Stadtgestalterinnen werden zum Handeln aufgefordert. Ziel der Stadtforschung ist die Gewährleistung vielfältiger urbaner Lebensformen.